Sozio-Technische Software-Implementierungen (im Bildungsbereich)

ID 750
Künstliche Intelligenz und Intelligente Vernetzung
von Andre Günther 21.08.2017 16:49
Beschreibung:
Innovationen entstehen durch Kombinationen von Wissen, Erfahrungen und Technik (Dehnbostel, P. ,Erbe, Heinz-H., Novak, H.: Zum Zusammenhang von betrieblicher Reorganisation, neuen Lernkonzepten und Persönlichkeitsentwicklung. Berlin 1998).
Die Minervis GmbH (www.minervis.com ) als offizieller Spin-Off des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (www.dfki.de ) begreift Innovation daher nicht nur technisch, sondern vor allem auch als neue oder veränderte soziale Prozesse mit der Nutzung softwaretechnischer Systeme – es ist die Konzentration auf den Entstehungsprozess von Innovationen in der Zusammenarbeit Mensch-Maschine. Dafür braucht es gegenseitiges Verstehen und Verständigung.
Als interdisziplinären Ansatz kombinieren wir Pädagogik und Künstliche Intelligenz für die gemeinsame Bewältigung privater, beruflicher, wie gesellschaftlicher Aufgaben (in der Vermittlung, in der sozialen Zusammenarbeit, in der Neu- und Rekonstruktion von Menschen- und Maschinen-Selbstverständnissen und -bildern).
In den KI-Themen konzentrieren wir uns im Bildungsbereich auf Information Retrieval, Semantic Web, insbesondere für Suchen in Seminar- und Weiterbildungsdatenbanken und Multi-Agenten-Systeme, die Informationen für sozial-kollaborative Arbeitsprozesse für bestimmte Zielgruppen bedienen können (z.B. Lernhilfssysteme).
Der Pädagoge nimmt hierbei die Rolle als (Ver-)Mittler ein, er vermittelt zwischen Motiven, Ansichten, Anforderungen/Wünschen und den aktuellen technischen Potentialen/ Möglichkeiten, die intelligente, (semi-)automatische Umgebungen bieten. Er sorgt somit für ein gemeinsames Verständigungsklima. Als Standardthema bedienen wir hier die Einführung und Implementierung von Lernmanagementsystemen und Online-Lernformen.

Aus eigenen Erfahrungen wissen wir, dass (software-)technische Anforderungen und menschliche Anforderungen selten übereinstimmen. Insbesondere wenn im Vorfeld etwas diskutiert wird ohne etwas Plaktatives oder Greifbares zeigen zu können (z.B. bei der Workflow-Analyse und -Gestaltung zu neuen kollaborativen Arbeitsprozessen).
Die Komplexität der Vermittlung wird nicht nur durch die unterschiedliche Sprache, Fachausdrücke und Allgemeinsprache der Beteiligten erschwert, sondern auch durch neue technische Möglichkeiten (und Einschränkungen!), die das Vorstellungsvermögen vieler „Otto-Normal-Menschen“ schlicht überfordern, die sich aber technische Unterstützungslösungen für sich wünschen und zwar genau passend.
Die Sprache der Wünsche ist aber eine andere als die deterministische Sprache seitens Informatiker oder KI‘ler. Wie bringt man das zusammen?
Im Verständigungsprozess zur Klärung persönlicher und organisatorischer funktionaler Prozesse mit technischen Anforderungen bestehen daher immer gegenseitige Wissenslücken. Diese wird durch verschiedene Methoden versucht zu schließen, über Meetings, Anforderungskataloge, Ablaufdiagramme, usw.. Es gibt dabei nicht DIE Methode, wichtig ist, dass ein gegenseitiges Verständnis erreicht werden kann, nicht nur ein gemeinsames Wording.
Viele gängige Methoden lenken dabei eher ab. Oft konzentriert man sich auf möglichst genaue, detailgetreue Abbildung von Prozessen. Das ist dann meist handwerklich-technisch getrieben und hat aber leider sehr wenig mit Verständigung zu tun. „Aber das haben wir doch genau so umgesetzt, wie besprochen...“ ist hier oft zu hören und zeigt den wunden Punkt des mangelnden, gegenseitigen Verstehens.

Zum Vermittlungsanspruch bei der Erstellung und Verwendung von Softwaresystemen greifen wir deshalb im Wesentlichen auf den methodisch-didaktischen Kern pädagogischer Konzepte und auf grundlegende Kommunikationsmodelle zurück.
Wir setzen bei Software-Implementierungen und -entwicklungen auf klassische hermeneutische Verstehensprozesse und kommunikative Grundlagentechniken (wie Themenzentrierte Interaktion nach Ruth Cohn, Personenzentrierte Gesprächsführung nach Carl Rogers, 4-Seiten-Modell von Schulz-von-Thun oder systemische Kommunikationsprozesse nach Niklas Luhmann).
Die Vorteile bei der gegenseitigen Abstimmung sind immens: Es werden Sinnzusammenhänge der Beteiligten, der Organisation und zu Prozessen deutlich: Das, was wirklich und warum gewollt ist. Erst wenn die Sinnkonstruktionen der Beteiligten sichtbar werden lassen sich Anknüpfungspunkte und Lösungen für technische Neuerungen finden, die dann auch Sinn-voll sind. Dies gelingt weil durch oben gennante kommunikative Grundlagen ein wertschätzendes Verständigungsklima erreicht wird. Beide Seiten sind dadurch in der Lage von ihren ursprünglichen Vorstellungen abzuweichen und gemeinsam neue Lösungen zu entwickeln – das ist unser Verständnis für gemeinsame Entstehungsprozesse von Innovationen!
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Künstliche Intelligenz und Intelligente Vernetzung