Hub - Mobilität/Versorgung für ländliche Regionen

ID 1700
Wettbewerb
von Daniel Brown 09.12.2018 22:18
Was war/ist die Ausgangssituation?:
In den ländlichen Regionen ist Mobilität ein wichtiges Thema, denn lokale Infrastruktur ist in den vergangenen Jahren zu Gunsten einer regionalen Infrastruktur gewichen. So findet sich nicht mehr der Dorfladen im Dorf, sondern das Dorf in der Nähe eines Nahversorgungszentrum, in dem Einkaufsmöglichkeiten und Dienstleistungen gebündelt sind.
Wenn man heute vom Sterben der Innenstädte spricht, dann muss man auch beachten, dass die Zentren der Dörfer und Kleinstädte schon seit langem im Sterben liegen oder schon gestorben sind.

Dieses Absterben zentraler, innerörtlicher Infrastruktur bedingt neue Maßstäbe an Mobilität, welche die Bewohner ländlicher Regionen leisten müssen. So finden sich in Haushalten auf dem Land im Schnitt zwei Autos: eines davon für das Pendeln der Mittel- und Langstrecke zum Arbeitsplatz, das andere für eine Fülle von Aufgaben, wie auch Pendeln oder dem Transport von minder mobilen Familienmitgliedern, Einkäufen oder Stückgut auf Kurz-, Mittel und Langstrecken.

Zusätzlich spielt die Überalterung der Landbevölkerung eine weitere Rolle. Fehlender flächen- und bedarfsdeckender ÖPNV unterstützt diese älteren demographischen Gruppen nicht in ihrer Mobilität und bedingen eine weitere Nutzung des Autos, selbst mit altersbedingten Einschränkungen.

Wie schaffen wir es, die Notwendigkeiten der ländlichen Mobilität mit effektiven Angeboten zu unterstützen und 1.) die Fahrten mit Verbrennungsmotoren zu reduzieren, 2.) die Mobilität zu garantieren und gleichzeitig 3.) die Nahversorgung der Bevölkerung zu gewährleisten?
Was war/ist das Projekt/die Strategie?:
Mit einfachen Schritten kann die Mobilität auf dem Land nachhaltig verändert und effizienter gemacht werden:

1.) Intelligente digitale Bündelung der Mittel- und Langstreckenpendler und Auslastung aller Fahrzeuge um weniger davon in Betrieb zu haben
2.) Intelligent Vernetzung von lokaler Mobilität, also alle Fahrten, die nicht Langstrecken-Pendeln sind oder die Teil von Mobilitätsabläufen sind (vor allem für ältere demograpische Gruppen)
3.) Nahversorgung über digitale Plattformen und E-Transporte gewährleisten

Betrachten wir die möglichen Verkehrsströme, dann können diesen in die bi-direktionalen Strecken – das klassische Pendeln also von Wohn- zu Arbeitsort – und die Mobilitätsabläufe, Routen die durch Verpflichtungen, Terminierungen oder Bedürfniserfüllung geprägt werden – quasi typischen Routen, die mit dem zweiten Automobil eines Haushalts gefahren werden können: vom klassischen Pendeln, zu Transport von Familienmitgliedern, Einkaufen oder Ähnlichem, die als Routen je nach Bedarf teils ineinandergreifen.

Um den Einsatz von Automobilen auf bi-direktionalen Strecken zu minimieren und pro Auto mehr als nur einen Menschen auf die Reise zu schicken, müssen die Pendler einer Region intelligent miteinander vernetzt werden. Über eine digitale Plattform sollen so die Pendler für ein und dieselbe Destination zusammengeführt werden um eine optimale Auslastung pro Automobil zu gewährleistet. Im Idealfall vernetzt diese Digitale Plattform nicht nur die Pendler für Langstrecken untereinander, sondern auch Pendler in den ÖPNV, zum Beispiel für eine Strecke vom Wohnort zum nächsten Busbahnhof oder Bahnhof.

Um in den Rundläufen unnütze Fahrten zu minimieren, bietet es sich zum Einen an, die hier anfallenden Fahrten auf die gleich Art und Weise abzuwickeln wie auf den bi-direktionalen Strecken. Zum Anderen besteht die Möglichkeit, einen Teil der Nahversorgungsfahrten über Dienstleister abzuwickeln, die zu 100% elektrisch sind. So würde sich in NRW das Unternehmen PICNIC als ein mögliche Blaupause für eine solche E-Nahversorgung anbieten.

Wenn man Einkäufe aus der Nahversorgung über eine digitale Plattform abwickelt, können die Waren über E-Fahrzeuge aus dem nächsten Nahversorgungsgebiet unter Berücksichtigung der neuen Mobilität (aus der obigen digitalen Plattform & durch die Bündelung von Bestellungen und intelligenter Erstellung von Lieferrouten) koordiniert an den Endverbraucher liefern. So kann die Lieferung der Wocheneinkäufe mit dem Eintreffen der Mitglieder des Haushalts synchronisiert werden.

Damit die Teile der Bevölkerung, die nicht über das Digitale Know-How verfügen, auch an diesem Prozess teilhaben lassen zu können, wäre es sinnvoll, diese digitalen Plattformen um Ansprechpartner vor Ort zu erweitern. Diese sind dann nicht nur Ansprechpartner, sondern auch Assistenten im Prozess und können so die Zugänglichkeit der Dienstleistungen für alle sicherstellen. So können auch ältere Menschen an dieser Mobilitätsvernetzung teilhaben - vor allem, wenn diese digitalen Plattformen mit Dienstleistungszentren verbunden werden und man eine nahtlose Mobilitätsversorgung - also dem Zusammenbringen von Menschen, die ein gleiches Ziel haben - so ermöglichen kann.
Welchem Anwendungssektor ordnen Sie ihren Beitrag zu?:
Mobilität und Nahversorgung in infrastrukturell schwachen Regionen
Welchen Mehrwert bietet das Projekt für die Bevölkerung?:
Wenn über intelligente Mitfahrzentralen für Pendler und Fahrten, weniger Autos auf den Straßen sind, können Staus und Umweltverschmutzung reduziert werden. Durch die Übernahme von Einkaufsfahrten durch e-mobile Dienstleister können zusätzlich weitere Fahrten eingespart werden. Zusätzlich kann die Nahversorgung über diese Dienstleister die Versorgung der Einwohner in ländliche Regionen besser ausbauen und sicherstellen.
Wie sah/sieht der Projektzeitplan und Finanzierungsbedarf aus?:
Aufbau und Testbetrieb der digitalen Plattform bis zu 16 Monate, Kooperationen mit e-mobile Dienstleistern je nach Verfügbarkeit. Beide Komponenten können individuell erstellt und später miteinander vernetzt werden. Zusätzlich können weitere Dienstleistungen modular angegliedert werden, wie etwa E-Mobility Hubs in den Regionen, die Kurz- und Mittelstrecken-Fahrten emissionsfrei gestalten können und die Nutzung eines 2. KFZ pro Haushalt verringern können.
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Wettbewerb "Stadt.Land.Digital"