Die neuen Kern 24/7 Smart Terminals für Smart Cities

ID 1565
Wettbewerb
von Rainer Rindfleisch 30.11.2018 16:33
Was war/ist die Ausgangssituation?:
Der Internethandel boomt: Paketdienstleister liefern heute bundesweit täglich mehr als zehn Millionen Pakete aus – Tendenz deutlich steigend. Besonders im Privatkundenbereich wächst das Paketaufkommen und hat mittlerweile deutlich mehr als die Hälfte des Gesamtvolumens erreicht.
In Deutschland geben Konsumenten jeden achten Euro im Online-Handel aus. Schon jetzt machen digitale Käufe die Hälfte des aktuellen Handelswachstums aus. Eine McKinsey-Studie verdeutlicht: Kunden werden immer mehr „vom Sofa“ aus bestellen und erwarten eine schnelle Lieferung „ans Sofa“. Die sich aus dieser Entwicklung ergebenden Folgen sind groß, die sich ergebenden Chancen noch größer.
Was war/ist das Projekt/die Strategie?:
Online bestellen und 24/7 abholen: Mit den neuen Smart Terminals von Kern ist das möglich. Und wir sprechen hier nicht nur über Pakete, sondern auch über gekühlte Lebens- und Arzneimittel.

In Zusammenarbeit mit ParcelLock (Hermes, DPD, GLS) sowie weitere KEP Dienstleistern, der Städte Ludwigsburg (Living Lab), Pfaffenhofen (Regionale Einkaufsstadt Bayern) und Hamburg (SMILE Projekt) bieten wir Terminals, um Lieferdiensten, dem stationären Handel, Logistikunternehmen, etc. eine sichere Abholung und Rücksendung von Waren zu ermöglichen – und das rund um die Uhr.

Die Hardware und vor allem unser offenes Betreibermodell „-Bring’s hin – nimm’s mit“ unterstützt den Ansatz mit stadtverträglichen und emissionsfreien Zustellungen/Lösungen die Innenstädte zu beliefern.

Die Kern 24/7 Smart Terminals sind nicht nur Katalysatoren dieses Wachstumsmarktes, sondern auch die Lösung für die sich daraus ergebenden negativen Folgen: Städte klagen über zunehmenden Lieferverkehr, Paketdienstleister verstopfen schon heute die Straßen und der steigende CO2-Ausstoß belastet die Umwelt.

Auch für die Kunden bringt die Vielzahl verschiedener Lieferdienste Nachteile mit sich: Unzählige Vereinbarungen wie Ablageorte, verbindliche Lieferzeiten oder umständliche Abholungen in Geschäften oder Filialen kosten nicht nur Zeit, sondern sorgen im letzten Fall für noch mehr CO2-Ausstoß, wenn die bestellte Ware selbst abgeholt werden muss. Der regionale Einzelhandel sieht im Online-Geschäft die größte Konkurrenz und immer mehr Innenstädte beklagen einen Kundenschwund sowie einen signifikanten Umsatzeinbruch.

Mit den 24/7 Smart Terminals können Lieferungen von verschiedensten Paketdienstleistern gebündelt zugestellt werden. Der Kunde entscheidet, ob er seine Bestellung liefern lassen oder persönlich abholen möchte. Die Bestellung kann in allen teilnehmenden Geschäften aufgegeben werden. Der regionale Einzelhandel wird von den Schranken der Öffnungszeiten befreit, wenn er die Lieferung seiner Waren in den Smart Terminals anbietet. Während andere also in diesem Zusammenhang von einer Schwächung der Fußgängerzonen sprechen, sehen wir sogar Chancen einer Stärkung von Geschäften in deutschen Innenstädten und des regionalen Einzelhandels.

Zum „neuen Wohnen“ gehört eine Rundumversorgung mittlerweile zum Standard, Stichwort Microliving, also der moderne Lifestyle in urbaner Lage, Stichwort Smart City. Wir sind der Überzeugung, dass die Smart Terminals Teil dieser Konzepte werden.

Das ist der Ansatz, den wir mit unseren Partnern verfolgen. Wir arbeiten mit ParcelLock (Hermes, DPD, GLS), der RWTH Aachen (Gewinner des InnoDigicraft Innovationspreises 2017), den Städten Ludwigsburg, Bensheim und Pfaffenhofen (Digitale Einkaufsstadt Bayern) eng zusammen, um Lieferdiensten, dem stationären Handel, Logistikunternehmen, etc. eine sichere Abholung und Rücksendung von Waren zu ermöglichen – und das rund um die Uhr und sowohl für Pakete, als auch für gekühlte Lebens- und Arzneimittel.
Welchem Anwendungssektor ordnen Sie ihren Beitrag zu?:
Smart City, Saubere Luft in Innenstädten, Versorgung im ländlichen Raum, Micro Living
Welchen Mehrwert bietet das Projekt für die Bevölkerung?:
• Einmalige Zustellung und/oder Abholung von online bestellter Ware
• Einmalige Zustellung und/oder Abholung von Ware, die beim stationären Handel bestellt wurde
• Private Nutzung (C2C) möglich
• E-Bike-Ladestation
• Elektrofahrzeug-Ladestation (während der Belieferung)
• Lastenfahrrad-Akku-Wechselstation
Wie sah/sieht der Projektzeitplan und Finanzierungsbedarf aus?:
Wir sind im Herbst 2017 gestartet und konzentrieren uns in erster Linie auf Smart Cities. Hier sind wir bereits mit einigen Städten und Kommunen in Projekte/Gesprächen. Die ersten Installationen sind im Immobilienbereich und in Poststellen (für die Zustellung/Abholung vertraulicher Dokumente innerhalb einer Organisation) zu finden.

Im weiteren Schritt sehen wir die Stärkung des lokalen Handels (Stadt Pfaffenhofen). Der Einsatz unserer Terminals kann in Kombination mit Einzelhandelsketten (DM, Aldi, LIDL,..etc) sowohl in Innenstädten als auch in Fachmarktlagen zu einer Entlastung der Fahrbewegungen für Bürger beitragen.

Aber auch in kommunaler Hinsicht gibt es durchaus interessante Einzellösungen. So zum Beispiel der geplante Einsatz eines Terminals für die Abholung von Reisepässen und Personalausweisen bei der Stadt Ludwigsburg. Der Bürger kann außerhalb der Öffnungszeiten sein Dokument abholen. Verteilt man die Terminals auf Statteile, verringern sich die Fahrbewegungen in die Innenstadt.

Wir bieten verschiedene Betreibermodelle an. Ein 40-Fach-Termials kostet rund 35.000,-€.

Die Finanzierung (falls ein Kunde die Anlage nicht selbst kaufen möchte) stemmen wir aus unserem eigenen Cashflow, was leider nur ein moderates Wachstum ermöglichst.
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Ludwig Hanisch
Hallo Herr Rindfleisch,

inwiefern genau unterscheidet sich Ihre Lösung von herkömmlichen Paketstellen bzw. Lagerstellen (bspw. jener von DHL)?

Viele Grüße,

Ludwig Hanisch
Wettbewerb "Stadt.Land.Digital"