Zukunftsstadt trifft Bürgerschaft

ID 1480
Wettbewerb
von Carina Nitschke 29.11.2018 10:13
Was war/ist die Ausgangssituation?:
Die Stadt Aalen legt in Zeiten des digitalen Umbruchs den strategischen Fokus auf die Kommunikation und Interaktion mit der Bürgerschaft. Mit dem Projekt „smarte Kommunikation und digitale Interaktion mit der Stadtgesellschaft“ legte die Stadt Aalen den Grundstein für eine strategisch ganzheitliche Herangehensweise für den Austausch mit und den stärkeren Einbezug von Bürgerinnen und Bürgern in Stadtentwicklungsprozesse. Im Rahmen dieses Projektes wird die bereits bestehende Geo App Aalen weiterentwickelt zu einer umfassenden Kommunikations- und Interaktionsplattform zwischen Bürgerschaft und Stadtverwaltung. Eine erste konkrete Maßnahme für mehr Interaktion ist der Aufbau und die Einbindung einer Plattform zur Online-Bürgerbeteiligung. Mit diesem Projekt ist die Stadt Aalen eine von 55 vom Land Baden-Württemberg geförderten digitalen Zukunftskommunen.
Was war/ist das Projekt/die Strategie?:
Zur Fortführung der bereits initiierten Maßnahmen soll nun das neue, interaktive und lebendige Veranstaltungsformat "Zukunftsstadt trifft Bürgerschaft" entwickelt werden, in dem die Bürgerinnen und Bürger ihre Bedarfe, Erwartungen und Wünsche an das Leben in ihrer Stadt der Zukunft formulieren und in den Diskurs bringen können. Da sich die digitale Transformation auf alle Lebensbereiche auswirkt, soll die Bürgerschaft in diesem Veranstaltungsformat mit Akteuren aus allen Lebensbereichen in Austausch treten können: Wissenschaft (z.B. Hochschule Aalen, explorhino, VHS Aalen), Wirtschaft (in Aalen ansässige Unternehmen), Stadtverwaltung und Politik. In verschiedenen Formaten wie bspw. moderierten Diskussionsrunden, Barcamps, Workshops, Hackathons, Thementischen oder im bilateralen Gespräch soll das Leben in der "Stadt von morgen" diskutiert, in Frage gestellt, skizziert, verworfen und neu gedacht werden - stets mit dem Fokus, was braucht und erwartet der Bürger und schafft einen Mehrwert für ihn.
Welchem Anwendungssektor ordnen Sie ihren Beitrag zu?:
Die Digitalisierung führt zu einer Vernetzung aller Lebensbereiche. Die Stadt Aalen hat sich daher zum Ziel gesetzt, die digitale Transformation ganzheitlich zu betrachten. Entsprechend ist das Projekt "Zukunftsstadt trifft Bürgerschaft" sektorübergreifend und umfasst Themen wie Bildung, Mobilität, Energiewende, Verwaltung 4.0, Mobilfunk-/ Internetinfrastruktur.
Welchen Mehrwert bietet das Projekt für die Bevölkerung?:
Die Bürger können sich direkt auf vielfältige Weise einbringen, um das Leben in ihrer Zukunftsstadt zu diskutieren und mitzugestalten. Gemeinsames Ziel ist schlussendlich eine kluge Weiterentwicklung der Stadt Aalen als lebenswerte, bürgernahe, nachhaltige, offene, innovative und effiziente Stadt.
Wie sah/sieht der Projektzeitplan und Finanzierungsbedarf aus?:
Die Entwicklung der skizzierten Idee des Veranstaltungsformates hat gerade begonnen. Die weitere Ausgestaltung und Konkretisierung mit Inhalten erfolgt in 2019. Eine Durchführung der Veranstaltung ist für das zweite Halbjahr 2019 angedacht. Mit der weiteren Ausgestaltung erfolgt dann auch eine Aufstellung des Finanzierungsbedarfs.
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Ludwig Hanisch
Hallo Frau Nitschke,

Zukunftswerkstätten und Bürgerpartizipationsvorhaben sind meiner Auffassung nach eine passende Mixtur, um die Bürgerschaft gerade auch schon in den Frühphasen von Planungsvorhaben - oder bereits auch bevor überhaupt konkrete Planungen entstehen - in den politischen Entscheidungsbildungsprozess miteinzubinden.
Könnten Sie ein wenig mehr auf die geplante online Partizipationsplattform eingehen?

Viele Grüße,

Ludwig Hanisch
Carina Nitschke
Sehr geehrter Herr Hanisch,

vielen Dank für Ihre Nachfrage zur geplanten Online-Plattform. Sehr gern beantworten wir Ihnen diese.
Wir teilen Ihre Einschätzung, dass eine konsequente Beteiligung und Interaktion mit der Bürgerschaft sehr wichtig ist.

Bei unserer geplanten Maßnahme steht die Beteiligung an kommunalpolitischen Entscheidungsprozessen und der Stadtentwicklung im Vordergrund. Vielfältige Formen der Bürgermitwirkung sollen für die Kommunikation und Interaktion zwischen Bürgerschaft, Gemeinderat und Verwaltung neue Ebenen und Wege eröffnen. Eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe ist für alle Akteure von Nutzen. Wichtig ist dabei, dass Ideen, Meinungen und Stimmungsbilder von Bürgerinnen und Bürgern zu unterschiedlichsten Themen eingeholt werden können. Die Bürgerschaft soll dadurch aktiv an der Kommunalpolitik teilnehmen und sich einbringen können. Unter dem Stichwort Bürgerbeteiligung 4.0 soll die Online-Plattform langfristig eingesetzt werden und mit ihr ein Großteil der Aalener Bevölkerung erreicht werden. Über eine Schnittstelle soll diese Plattform in die bestehende Geo App integriert werden, damit eine Beteiligung jederzeit unterwegs über das Smartphone ebenso wie von Zuhause am Tablet oder stationären PC möglich ist. Räumliche Anliegen der Bürger können so beispielsweise über eine Geocodierung direkt verortet werden.
Um die Schwelle für eine Beteiligung so niedrig wie möglich halten, soll es die Möglichkeit der Beteiligung sowohl mit als auch ohne Registrierung geben. Denkbare Themen für eine Online-Beteiligung der Bürger sind Stadtentwicklungsprojekte, Bebauungspläne, Radwegekonzepte, Befragungen, Beschwerdemanagement oder ein regelmäßiger Austausch zwischen Stadtverwaltung und interessierten Bürgern sein.

Mit besten Grüßen
Carina Nitschke
Wettbewerb "Stadt.Land.Digital"