Heinsberg Smart City - Mut versus Machbarkeit

ID 1248
Wettbewerb
von Susanne Schwab 15.11.2018 11:43
Was war/ist die Ausgangssituation?:
Wie können wir Heinsberg - eine Kleinstadt mit 40.000 Einwohnern, konservativ und traditionsbewusst, in einer ländlichen Region am Rand von Westdeutschland – smart gestalten?
Was verstehen wir in Heinsberg unter „smart“?
Wie müsste eine Smart City Strategie aussehen, die den Bedürfnissen in Heinsberg gerecht wird?
Welche Ziele als Antwort auf die Energiewende und den Klimaschutz wollen wir in Heinsberg erreichen?
Dieser Herausforderung stellte sich die Alliander Netz Heinsberg GmbH, die zur Alliander N.V. gehört und die Partner von Amsterdam Smart City ist. Seit 2002 betreibt die Alliander Netz Heinsberg die Energienetze und öffentliche Beleuchtung in Heinsberg , und zwar als Antwort auf die Energiewende und den Klimaschutz - mit dem Ziel, Heinsberg effizienter, technologisch fortschrittlicher und grüner zu gestalten.
Was war/ist das Projekt/die Strategie?:
Heinsberg Smart City ist eine Initiative aus fünf führenden Heinsberger Unternehmen und der Stadt. Der Bürgermeister ist Schirmherr der Initiative.
Alliander fungierte als Initiator und rekrutierte die Partnerunternehmen. Offizielles Startzeichen war die Freischaltung der Homepage http://www.heinsberg-smartcity.de.
Vertreter der Mitglieds-Unternehmen und der Stadt haben ein Smart City-Team gegründet, das sich 14tägig trifft. Hier werden potentielle Smart City Projekte diskutiert, angestoßen und zum Teil auch umgesetzt.
Heinsberg Smart City ist klimafreundlich, bürgernah, digital.
Welchem Anwendungssektor ordnen Sie ihren Beitrag zu?:
Bildung
Über die deutsche Umwelthilfe wird in Kindergärten und Schulen umweltpädagogischer Unterricht angeboten
Über die Initiative Plant for the Planet wurden in Kooperation der Heinsberg Smart City und Schulen über 100 Bäume gepflanzt.
Energie
Smart Lighting - Alliander hat die gesamte Beleuchtung im Stadtgebiet klimafreundlich und effizient umgerüstet.
Alliander hat die Umspannanlagen in Heinsberg digitalisiert.
Smart Grid - Alliander baut das Smart Grid in der Modellregion Heinsberg.
Solarinitiative – Alliander fördert erneuerbare Energien.
Brennstoffzelleninitiative – Alliander fördert die Wärmewende.
Alliander richtet den digitalen Rathausplatz mit effizienter und digital steuerbarer Beleuchtung, Illumination des Rathauses und einer digitalen Sitzbank ein.
In Heinsberg wird eine Klimaschutzsiedlung Wohnen Plus gebaut.
Mobilität
Alliander betreibt die E-Ladeinfrastruktur mit neun E-Ladepunkten für E-Autos und 16 Ladepunkten für E-Bikes. Das Laden ist z.T. kostenlos.
Heinsberg Smart City veranstaltet jährlich eine E-Rallye für Elektroautos.
Verwaltung
Heinsberg verfügt über freies WLAN
Alliander testete auf einem zentralen öffentlichen Parkplatz digitales Parkraummanagement.
Das gesamte Stadtgebiet wird mit schnellem Internet (Glasfaser) ausgestattet.
Heinsberg Smart City veranstaltet Bürgerversammlungen in einzelnen Quartieren mit dem Ziel der Bürgerbeteiligung für etwaige Projektumsetzungen, die die Lebensqualität in der Stadt Heinsberg erhöhen.
Heinsberg Smart City präsentierte sich auf dem Stadtfest 2017.
Heinsberg Smart City arbeitet an einer Kampagne zur Müllvermeidung.
Welchen Mehrwert bietet das Projekt für die Bevölkerung?:
• Energieeffizienz
• Kosteneinsparung
• Sicherheit
• Klimaschutz
• Bürgerbeteiligung durch bottom-up Strategie
• Umweltschutz
• Eigeninitiative
• Moderne Medien, Kommunikation und Digitalisierung
Wie sah/sieht der Projektzeitplan und Finanzierungsbedarf aus?:
Der Ansatz von Heinsberg Smart City orientiert sich an den Bedürfnissen der Heinsberger Bürgerinnen und Bürger. Heinsberg Smart City ist eine Initiative, die für Mut versus Machbarkeit steht und Projekte auf verschiedenen Ebenen anstößt und umsetzt. Die Initiative ist langfristig angelegt.
Finanziert wird die Initiative über die Mitgliedsunternehmen. Die Realisierung der Projekte erfolgt über die Unternehmen, zusätzlich über öffentliche Fördermittel, sofern möglich und über Sponsoren.
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Ulrich Schweiker
Wäre es denkbar, alle geeigneten Parkplätze in Heinsberg mit Photovoltaik-Überdachungen zu ergänzen? Die Finanzierung könnte über Bürgerpartizipation erfolgen; es entstehen dezentrale Micro-Grid-Lösungen, die mit Energiespeicher-Ergänzung Lademöglichkeiten für Elektrofahrzeuge zur Verfügung stellen. Die Monitore können interaktiv gestaltet werden und zur Bürgerbeteiligung genutzt werden (vgl. den von Ströer in Wuppertal entwickelten Modellversuch). Dr. Ulrich Schweiker https://www.oip.netze-neu-nutzen.de
Ludwig Hanisch
Hallo Frau Schwab,

der von Ihnen vorgestellte Ansatz klingt spannend und wirkt sowohl interdisziplinär als auch nachhaltig gestaltet. Mir gefällt vor allem die Bildungsdimension Ihres Engagements. Haben Sie in Ihrem Modell auch Ansätze bzgl. erweiterter Bürgerpartizipationsperspektiven?

Viele Grüße,

Ludwig Hanisch
Wettbewerb "Stadt.Land.Digital"