Smart Cities: Ein Sensor für alles statt Sensordschungel

ID 1187
Wettbewerb
von Jessica Büttner 07.11.2018 10:46
Was war/ist die Ausgangssituation?:
Bisherige Ansätze zur Digitalisierung von Industrie, Infrastruktur und Logistik z.B. im Bereich Smart City oder Industrie 4.0, erfordern spezialisierte Sensoren, die hohe Installations- und Wartungskosten haben. Kabel müssen gelegt werden oder Batterien müssen regelmäßig gewechselt werden. Viele Städte wollen ganze neue Kommunikationsinfrastrukturen aufsetzen, statt bereits neue innovative Infrastrukturen wie NB-IoT zu nutzen. Hierdurch wurden viele Ideen in Pilotprojekten verfolgt, die jedoch aus Wirtschaftlichkeitsgründen nie flächendeckend umgesetzt wurden.
Was war/ist das Projekt/die Strategie?:
Wir bieten einen wartungsfreien Sensor für eine Vielzahl von Digitalisierungsvorhaben. Wir nutzen Forschungsergebnisse der Ruhr-Universität Bochum, des MIT und der Harvard University, um einen energie- und kommunikationsautarken Multisensor, die Z-Node, zu entwickeln. Mit sehr geringen Installationskosten und ohne regelmäßige Wartungskosten werden über 10 Jahre unspezifische Umgebungsdaten wie Vibration, Schall, Magnetfelder und Position gemessen und direkt an unsere Z-Cloud Analytics Plattform gesendet. Dort wandeln künstlich intelligente und selbstlernende Algorithmen diese unspezifischen Messdaten in relevante Erkenntnisse um.
Welchem Anwendungssektor ordnen Sie ihren Beitrag zu?:
Zunächst haben wir in dem Bereich "Smart Waste" und dem Container Management begonnen, wo wir durch unsere neue und patentierte Methode, den Füllstand von Containern über die Vibration ermitteln. Dadurch ersparen wir Städten die aufwändigen Installations- und Wartungskosten, denn unser Sensor lässt sich in 5 Minuten installieren und anbringen - keine Wartung für über 10 Jahre.

Derselbe Sensor wird auch schon in Smart Parking Pilotprojekten eingesetzt. Hier gibt der Sensor die Parkplatzbelegung , indem er die Magnetfelder von über ihm parkenden Autos misst.
Welchen Mehrwert bietet das Projekt für die Bevölkerung?:
Gerade die Menschen einer Stadt sind davon betroffen, wenn Container nicht bedarfsgerecht geleert werden oder der Verkehr in den Städten die Luftqualität stark belasten.
Durch unsere Sensorlösung fahren Fahrzeuge nur dann raus, wenn Container geleert werden, der Parkplatzsuchverkehr kann deutlich reduziert werden und die Menschen können dauerhaft eine effektive und digitalisierte kommunale Infrastruktur nutzen.
Wie sah/sieht der Projektzeitplan und Finanzierungsbedarf aus?:
In einer ersten Projektphase "füttern" wir unsere selbstlernenden Algorithmen mit Daten an. Im Bereich Smart Waste sind das Vibrationsmuster der verschiedenen Containertypen.
Der zweite Schritt ist die Entwicklung der Algorithmen dazu.
Nach Abschluss dieser Phasen kann dann der Sensor selbstständig den Füllstand der Container ermitteln.
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Jessica Büttner
Sehr geehrter Herr Bahrenberg,

haben Sie vielen herzlichen Dank für die guten Fragen. Ich beantworte diese einmal chronologisch:

1. In der Regel kommen immer dieselben Sensoren zum Einsatz. Lediglich die Ergänzung um das GPS Modul kann auf Wunsch variieren. Bei unserer Smart Parking Anwendung nutzen wir noch ein leicht verändertes Gehäuse, um die Stabiliät zu gewährleisten.

2. Ja es gibt Fälle, in dem unser Sensor mehrere Anwendungen erfüllen kann und das beabsichtigen wir auch. Wir können z.B. in der Industrie nicht nur Container tracken, sondern eine Aussage darüber treffen, ob die Container geöffnet wurden und je nach Containertyp auch wie der Füllstand dieses Containers ist.

3. Die Z-Cloud gehört zu unserem Service und ist dabei! Da diese erst unsere Daten interpretiert, ist sie das "Gehirn" unserer Lösung.

Viele Grüße
Jessica Büttner
Mirko Bahrenberg
Guten Tag Frau Büttner,

Sie sprechen von weiteren Anwendungen neben Smart Waste. Kommen dabei immer die gleichen Sensoren zum Einsatz oder jeweils der gleichen Sensor mit vollem Messrepertoire?

Gibt es Fälle in denen ein Sensornetzwerk mehrere Anwendungen bedient und kombiniert?

Ist die Z Cloud mit dem Sensornetzwerk ein Service den dann z.B. kommunale Abfallunternehmen nutzen können?

Grüße
Mirko Bahrenberg
Wettbewerb "Stadt.Land.Digital"