Anonyme Mobilfunkdaten helfen Verkehrsplanung

ID 1125
Wettbewerb
von Julia Lindner 29.10.2018 18:39
Was war/ist die Ausgangssituation?:
Die Überlastung städtischer Verkehrssysteme wird zu einer zunehmenden Herausforderung. Bevor Städte jedoch konkrete Maßnahmen anstoßen können, müssen sie zunächst präzise Verkehrsdaten erheben. Das ist häufig sehr aufwendig, kostenintensiv und ungenau. Vor allem die Erfassung des verkehrsmittelübergreifenden Mobilitätsverhaltens in Städten ist ein komplexes Unterfangen.
Was war/ist das Projekt/die Strategie?:
Anonymisierte Mobilfunkdaten helfen der Verkehrsplanung: Im Netz von Telefónica Deutschland entstehen pro Tag rund fünf Milliarden Datenpunkte, wenn Handys mit den Mobilfunkzellen kommunizieren. Daraus berechnet das Tochterunternehmen Telefónica NEXT anonymisierte Bewegungsströme der deutschen Bevölkerung. Dass die Analyse von Mobilfunkdaten zur Verkehrsplanung und zu einer besseren Luftqualität beitragen kann, zeigte Telefónica NEXT mit namhaften Kooperationspartnern in mittlerweile fünf deutschen Großstädten. Das Potenzial von Mobilfunkdaten für die Verkehrsplanung bestätigte 2017 auch eine Studie des Fraunhofer IAO.
Die Daten sind eine wertvolle Ergänzung zu bisherigen Messmethoden. Dabei achtet Telefónica NEXT auf strengen Datenschutz: Über ein dreistufiges und vom TÜV zertifiziertes Verfahren werden die Daten anonymisiert, so dass kein Rückschluss auf Einzelpersonen mehr möglich ist.
Anfang 2018 hat Telefónica NEXT die interaktive Website „So bewegt sich Deutschland“ veröffentlicht, die aus Daten deutschlandweite Verkehrsströme sichtbar macht. Sie soll Städten, Verkehrsbetrieben und allen Interessierten visuell veranschaulichen, welche Erkenntnisse für die Mobilität und Verkehrsplanung in Deutschland aus anonymisierten Mobilfunkdaten gewonnen werden können.
Welchem Anwendungssektor ordnen Sie ihren Beitrag zu?:
Von der Datenanalyse können Verantwortliche für Öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV), Städtebau und Gestalter neuer Formen der Mobilität profitieren.
Welchen Mehrwert bietet das Projekt für die Bevölkerung?:
Wenn Verantwortliche genauer wissen, wie sich Menschen bewegen, können Sie Infrastrukturmaßnahmen viel besser am tatsächlichen Bedarf der Menschen ausrichten. Eine optimierte Verkehrsplanung führt u.a. zu weniger Staus und einem effizienteren Einsatz des ÖPNV, was wiederrum auch die Umwelt entlastet.
Wie sah/sieht der Projektzeitplan und Finanzierungsbedarf aus?:
Telefónica NEXT möchte mit kontinuierlichen Analysen und verschiedenen Partnern die Genauigkeit der Ergebnisse immer weiter erhöhen und wird dabei vom Mutterunternehmen Telefónica Deutschland unterstützt. Zudem beteiligt sich Telefónica NEXT gemeinsam mit Projektpartnern an verschiedenen Projekten, beispielsweise am Projekt Protrain, das vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Intrastruktur gefördert wird und insgesamt auf drei Jahre angelegt ist.
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Joachim Schonowski
Hallo Frau Lindner,

vielen Dank für Ihren Beitrag. Der Ansatz anonymisierte Bewegungsdaten insbesondere im Bereich Mobilität, Veranstaltungen etc. einzusetzen wird seit einigen Jahren genutzt. Wie gehen Sie im Kontext von digitaler Transformation von Kommunen hier insbesondere mit dem kritischen Thema Datenschutz um? (Dabei meine ich nicht die technische Lösung die zertifiziert ist.) Wie stark ist das Thema in den Kommunen verbreitet und wie wird das Geschäftsmodell angenommen?

Beste Grüße
Joachim Schonowski
Mirko Bahrenberg
Guten Tag Frau Lindner,

vielen Dank für den ausführlichen Beitrag!

Mit welchen Großstädten kooperieren Sie denn und welche Ergebnisse konnten erzielt werden?

Können Sie noch etwas zum Inhalt des Projekt Protrain erzählen? Evtl. wollen Sie das Projekt ja nochmal detaillierter in einem separaten Beitrag vorstellen?

Grüße
Mirko Bahrenberg
Cécile Schneider
Lieber Herr Bahrenberg,

vielen Dank für Ihre Frage. Im Projekt ProTrain kooperieren wir in Berlin-Brandenburg u.a. mit dem VBB und DB Regio, um die Auslastung von Zug-Kapazitäten in der Region zu verbessern.

Eine gute Übersicht der letzten Projekte finden Sie hier https://www.telefonica.de speziell für Smart-City-Anwendungen kann ich auch diese Zusammenfassung der Untersuchung des Fraunhofer IAO in Stuttgart empfehlen https://next.telefonica.de

Viele Grüße
Cecile Schneider
Julia Lindner
Wir arbeiten bereits seit ein paar Jahren an der Analyse von anonymisierten Mobilfunkdaten, aber die Analysen werden immer weiter entwickelt und auf immer wieder neuen Anwendungsfeldern erprobt. Sie unterstützen eine smart City und deshalb wollen wir diese Möglichkeit gerne hier beitragen.
Gerhard Peter Mosbach, Dr.med.(Univ.Zürich)
Ist das wirklich neu?
Wettbewerb "Stadt.Land.Digital"