Blockchain for Education – Lebenslanger Lernausweis

ID 1019
Blockchain - Lösungen für die Intelligente Vernetzung
von Wolfgang Prinz 10.05.2018 08:36
Was ist das Ziel des Projekts?:
Das Projekt »Blockchain for Education« bearbeitet die Fragestellung, wie Fälschungssicherheit sowie sicherer Zugang und sichere Verwaltung von digitalen Bildungsnachweisen und Zertifikaten gemäß der Bedarfe von Lernenden, Unternehmen, Bildungseinrichtungen und Zertifizierungsstellen langfristig gewährleistet werden kann.
Welche Rolle spielt Blockchain in der Umsetzung?:
Dazu wird eine Plattform auf Basis der Blockchain-Technologie entwickelt, die einerseits eine flexible Darstellung von Zertifikaten für Benutzer bietet und andererseits Ausstellern von Zertifikaten bei der Verwaltung und Archivierung unterstützt. Die Blockchain ermöglicht die manipulationssichere Archivierung von Zertifikaten und die korrekte und dauerhafte Zuordnung zu den Zertifikatsträgern.

Beispiele für Anwendungsfälle:

* Bewerbungsprozesse: Ein Bewerber stellt dem potentiellen Arbeitgeber Bildungsnachweise und Zertifikate zur Verfügung; der Arbeitgeber kann die Echtheit der Nachweise prüfen.
* Abgeleitete Qualifikationen: Ein Lerner hat einander ergänzende Kurse erfolgreich abgelegt; die Plattform ermittelt automatisch die resultierende Qualifikation.
* Zertifikate, die eine bestimmte Berufsausübung ermöglichen: Das Zertifikat wird öffentlich angezeigt (Webseite) und kann durch potentielle Kunden geprüft werden .
* Maschinen überprüfen automatisch die Qualifikation von Personal anhand der vorgwiesenen Zertifikate.

Weitere Infos hier:
https://www.fit.fraunhofer.de
Was ist der aktuelle Stand Ihres Projekts - Wie weit sind Sie bereits fortgeschritten und was sind Ihre nächsten geplanten Schritte?:
Ein Prototyp, der den gesamten Workflow abbildet ist realisiert und wird auf der CeBIT auf dem Fraunhofer Stand präsentiert. Weitere Partner konnten bereits zur Nutzung gewonnen werden. Geplant ist eine Verbreitung der Plattform auf nationaler und internationaler/europäischer Ebene. Gespräche mit entsprechenden niederländischen Initiativen sind bereits geführt und Kooperationen vereinbart.
Welche Aspekte würden Sie gerne mit den Nutzerinnen und Nutzern auf der OIP diskutieren bzw. zu welchen Aspekten würden Sie sich Feedback wünschen?:
Die Plattform ist als offene Lösung realisiert, so dass sie um weitere Partner ergänzt werden kann. Wenn Sie Interesse an einer Kooperation haben, dann wenden Sie sich bitte an uns.

Die Erweiterung der Plattform um Zertifikate für Maschinen und deren automatische Prüfung ist in der Planung. Gerne diskutieren wir weitere Anwendungsfälle und die Übertragung des Konzepts in weitere Anwendungsdomänen.
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Yannik Heinze
Hallo Herr Prinz,

sehr beeindruckend wie hier vernünftig die Blockchain eingesetzt wird. Was man hier natürlich wieder sehr schön sehen kann, ist der Bedarf einer nationalen Blockchain. In dieser dann institutionen wie Universitäten/ Schulen, Zeugnisse und Prüfungsergebnisse abspeichern können, das dann wiederum für jede Firma / Behörde einsehbar ist. Sofern der öffentliche Schlüssel der Person an die Firma übermittelt und eine Freigabe zum Beispiel mittels Smart Contract für den begrenzten Zeitraum der Bewerbung gestattet wurde. Soweit ich weiss wurden diese Ansätze schon in der KSI Blockchain von Estland angefangen.

Beste Grüße und viel erfolg wünscht das Chainsulting.de Team
Yannik Heinze
Wolfgang Prinz
Ja, zu diesem Thema habe ich kürzlich auf der ECO Blockchain Veranstaltung in Hamburg einen interessanten Vortrags des CIO von Estland gehört. Wir sind auch der Meinung, dass diese Lösung auf lange Sicht eine nationale oder auch europäische Blockchain erfordert, wenn man z.B. an EU-Ziele wie student und worker mobility denkt.
Uwe Weinreich
Ich kann es nur unterstreichen. Eine nationale Blockchain gehört heutzutage zur digitalen Daseinsvorsorge, die der Staat leisten müsste. Politiker beschäftigen sich aber lieber damit, die Lücken der Neunziger Jahre auszubügeln (Datenschutz und Breitband).
Sven Wagenknecht
Hallo Herr Prinz,

ein wirklich sinnvoller Use Case, der unter anderem zur Entlastung von Prüfungsämtern beitragen könnte. Ist es in diesem Zusammenhang denkbar, dass in Deutschland Zeugnissen, z.B. Bachelor-Zeugnis, via Blockchain ein rechtlicher Status zugesprochen wird, der manuell beglaubigte Urkunden überflüssig machen würde? Welche Herausforderungen wiegen in diesem Zusammenhang schwerer, die Technischen oder die Regulatorischen?

Beste Grüße
Sven Wagenknecht
Wolfgang Prinz
Hallo Herr Wagenknecht,

danke für den Kommentar. Ich fürchte auch in diesem Use Case sind die regulatorischen Herausforderungen auf weite Sicht die größeren. Aus diesem Grund konzentrieren wir uns zunächst auch auf Zertifikate aus dem privatwirtschaftlichen Bereich. Das Ziel ist aber dies auch auf andere Anwendungsfälle auszudehnen.
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