Künstliche Intelligenz in meinen Alltag – Eine Darstellung

Künstliche Intelligenz (KI) ist in unserem Alltag all­ge­gen­wär­tig. Doch kaum einer realisiert, dass er mit ihr zunehmend häufiger in Kontakt kommt. Im heutigen Newsbeitrag stellen wir Ihnen als fiktive Person Marie aus Hamburg vor. Marie ist in der Hansestadt bei einer großen Agentur im Marketing tätig. Begleiten Sie uns durch ihren Alltag und sehen Sie selbst, wie sehr KI in Maries – aber auch möglicherweise in Ihrem – Alltag eine Rolle spielt.

Anmerkung: Um die KI Anwendungen besser zu kennzeichnen, sind diese im Folgenden fett markiert.  

 

6:30 Uhr

Es ist Dienstagmorgen und der Wecker klingelt. Mein Blick wandert sofort auf mein Smartphone. Neue E-Mails, neue Benachrichtigungen, bereits verpasste Anrufe? Oh, meine Kollegin Anna aus der Personalabteilung bittet mich um einen Rückruf. Das muss dringend sein. Ein Blick auf die Uhr verrät mir, dass es dafür aber definitiv noch zu früh ist.

Marie: „Hey Siri

Siri: „Wie kann ich behilflich sein?“

Marie: „Erinnere mich daran, Anna um 9:30 Uhr anzurufen.“

Siri: „Welchen Kontakt meinst du? Anna Mayer, Anna Hackl, Anna Soller?“

Marie: „Anna Soller.“

Siri: „Ok, ich werde dich dran erinnern.“

Ein kurzer Blick in den Spamordner zeigt mir, dass Anna bereits vergangene Woche geschrieben hat. Ihre Mail wurde aber fälschlicherweise als unsicher eingestuft. Dankbar bin ich dem Spamfilter trotzdem. Auf einen weiteren Trojaner, der meinen Laptop lahmlegt, kann ich nämlich getrost verzichten.

 

8:00 Uhr

Es ist Zeit, dass ich mich auf den Weg in die Arbeit mache. Handy via Bluetooth mit dem Auto koppeln, Spotify an und sich von neuer Musik inspirieren lassen. Damit ist ein super Start in den Tag gesichert: Die „Discover Weekly“-Funktion schlägt mir wöchentlich neue Lieder vor, die mir gefallen könnten. Stets basierend auf meinen individuellen Präferenzen.

 

9:30 Uhr

Siri erinnert mich daran, dass ich Anna zurückrufen muss und fragt, ob die Nummer gleich gewählt werden soll. Das hätte ich total vergessen.

 

10:00 Uhr

Um 10:30 Uhr steht unser wöchentliches Reporting mit dem Management meiner Firma an. Vor dem Meeting checke ich nochmals kurz die Zahlen, um einen Überblick zu haben. Unter anderem befindet sich Facebook auf meiner Checkliste. Wie steht es hier um unsere bezahlten Anzeigen? Die Reichweite ist ideal und die Klicks übertreffen meine Erwartungen. Wirklich interessant, wie Facebook weiß, wem sie unsere Werbung im Newsfeed anzeigen muss. Durch KI kann Facebook genau ermitteln, wer in welchem Gebiet Interesse an unseren Themen hat und wer auf unsere Werbung positiv reagiert. Auf Plakatwerbung können wir bald gänzlich verzichten.

 

12:30 Uhr

Oh je, mein Handy hat schon wieder den Geist aufgegeben. Das reicht, ich werde mich endlich darum kümmern und meinen Anbieter kontaktieren. Ob ich diesen Live Chat auf der Website versuchen sollte, um mir die lange Wartezeit im Telefonservice zu sparen? Kann nicht schaden. 15 Minuten später: Siehe da, der digitale Gesprächspartner hat mir via Live Chat tatsächlich geholfen, mein Problem zu lösen. Außerdem habe ich noch Zeit übrig, mir schnell einen Burrito von nebenan zu holen.

 

14:00 Uhr

Der nächste Termin steht an, doch dieser befindet sich am anderen Ende des Campus. Ich eile nach unten und werde schon von Olli erwartet. Unser autonomer Bus war definitiv eine clevere Investition. Dadurch, dass ich nun keine 30 Minuten zu Fuß gehen muss, kann ich während der Fahrt E-Mails checken und gegebenenfalls kurze Anrufe tätigen. Lediglich die Kalorien des Burritos werde ich auf die Art und Weise nicht los.

 

15:00 Uhr

Das war gerade stressig. Kurz zehn Minuten zum Durchatmen und mein Kalender erinnert mich daran, dass meine Schwester in ein paar Tagen Geburtstag hat. Da ich bis dahin nicht mehr zum Einkaufen komme, bestelle ich doch am einfachsten ein Geschenk auf Amazon. Sie wünscht sich seit langem Alexa, diesen digitalen Sprachassistenten für zu Hause. Ab in den Warenkorb damit. Am besten markiere ich es gleich als Geschenk, denn ich besitze bereits die neueste Version. Somit weiß Amazon, dass es mir künftig nichts dergleichen vorschlagen braucht.

 

17:00 Uhr

Anruf von einer unbekannten Nummer.

Marie: „Hallo?“

Andreas: „Hallo, hier ist Andreas Hammer vom Kundenservice ihrer Bank. Wir haben ungewöhnliche Transaktionen auf ihrer MasterCard entdeckt. Sie passen nicht zu ihrem Profil. Dürfen wir Sie fragen, ob sie heute Morgen um 8:00 Uhr ein Flugticket in Höhe von 679,47 Euro nach New York City gekauft haben?“

Marie: „Was? Oh je, das war nicht ich. Ich könnte den Urlaub zwar gut gebrauchen, aber ich habe definitiv kein Flugticket gebucht.“

Andreas: „Das dachten wir uns. Wir sperren ihre Karte sofort und lassen Ihnen eine neue zukommen. Die PIN bleibt dieselbe und die Transaktion wird natürlich rückgängig gemacht.“

Bemerkenswert, wie die Banken mittlerweile erkennen können, wenn eine Buchung nicht zu meinem Profil passt. Ich hätte den Betrugsversuch vermutlich erst in ein paar Tagen realisiert.

 

20:00 Uhr

Nach einem anstrengenden Tag in der Arbeit möchte ich nur noch entspannen und etwas essen. Oh nein, mein Kühlschrank ist leer und die Läden sind schon geschlossen. Was nun? Gut, dann gibt es heute etwas vom Lieferdienst. Zu Hause angekommen, fordere ich Alexa auf, mir eine Pizza Prosciutto zu bestellen. Während Alexa die Bestellung ausführt, ziehe ich mir etwas Bequemes an und begebe mich ins Wohnzimmer.

 

20:30 Uhr

Mein Essen müsste demnächst ankommen. Bis dahin will ich mich für einen Film entschieden haben. Im Fernseher kommt mal wieder nichts Interessantes, aber Netflix hat sicher gute Empfehlungen für mich. Siehe da, Netflix schlägt mir anhand meiner Interessen diverse Filme und Serien vor. „Crazy, Stupid, Love“ hört sich super an. Den nehme ich und war das gerade die Klingel? Perfektes Timing!

 

Wo versteckt sich die künstliche Intelligenz in Ihrem Alltag? Teilen Sie uns Ihre Erfahrungen mit Hilfe der Kommentarfunktion unter dem Beitrag mit. 

03.06.2017
  • künstliche intelligenz

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