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Best-Practice Projektwettbewerb Experience API - Erweiterung - Datenhoheit
ID 94
von Thomas Pilz 03.08.2015 13:44
Beschreibung:
Personal Data Locker (PDL) https://personal-data-locker.org

Die Initiatoren dieses Open Source Projekts sind leidenschaftliche Experience API (xAPI) Entwickler und große Fans umfangreicher Learning Analytics. BIG Data im e-Learning ist nicht vermeidbar und mit der xAPI können heute mehr Daten denn je erfasst, ausgewertet und vielfach wieder verwendet werden, z.B. um Lernumgebungen adaptiv zu gestalten und um Feedback für die Verbesserung von Lernmitteln und Lernprozessen zu generieren.

Lebenslanges Lernen mit der Hilfe von xAPI-fähigen Anwendungen erlauben eine nie dagewesene Fülle von Möglichkeiten, den Einzelnen individuell zu fördern und auf jedem Lernweg optimal zu begleiten. Eine verbesserte Chancengleichheit durch digitale Lernumgebungen, die sich adaptiv auf jeden Lernenden individuell "einstellen" sind das Ergebnis.

Obwohl die technischen Mittel für ausreichenden und zeitgemäßen Datenschutz zur Verfügung stehen, ist die durchgängige Meinung bei politischen Entscheidern und Datenschutzbeauftragten - besser Daten ganz vermeiden oder Daten schnell vernichten. Beide Vorgehensweisen sind weder zeitgemäß noch sinnvoll, um den Prozess des lebenslangen Lernens zu fördern und zu unterstützen.

Wir möchten in Bezug auf BIG Data im e-Learning aufklären und mit unserer Open Source Software - Personal Data Locker - (auch Private Data Locker oder einfach PDL genannt) die technischen Voraussetzungen dafür schaffen, das BIG Data im e-Learning für alle Beteiligten nachvollziehbar und einfach zu kontrollieren ist.

Die Experience API (xAPI) ist als quasi Nachfolgestandard von SCORM ein sehr wichtiger Bestandteil für alle Arten von Lernumgebungen und LMS - von der Schule bis zur betrieblichen Aus- und Weiterbildung.
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Anwendungssektor:
Thomas Pilz
Der Personal Data Locker (PDL) ist für den GESS Education Award 2016 in der Kategorie "Innovation Product Award" nominiert!
http://www.gessawards.com
Thomas Pilz
Der Personal Data Locker (PDL) ist für den d-elina Award 2016 nominiert!
"...Nominierung für den d-elina-Award in der Kategorie Start-Up. Sie gehören mit Ihrer Idee "Personal Data Locker (PDL)" zu den drei preiswürdigen Projekten in Ihrer Kategorie..."
http://www.learntec.de
Thomas Pilz
Anlässlich der ecoMedia Veranstaltung in Zagreb (9.-13.11.2015) waren die xAPI und innovative Datenschutzkonzepte, die die Rechte und Interessen der Lernenden in den Vordergrund stellen, intensiv diskutierte Themen.

Eine Frage, die uns immer wieder gestellt wird, ist die Frage nach dem aktuellen Bezug und praxisnahen Anwendungen. Lebenslanges Lernen individuell fördern und begleiten ist eine echte Herausforderung und erfordert ein Umdenken aller Beteiligten.

Unser Personal Data Locker (PDL) und die konsequente Schaffung von technischen Lösungen, die den Prozess des lebenslangen Lernen grundsätzlich ermöglichen, fördern und begleiten, entspricht 1:1 den Anforderungen der Bundesregierung und der aktuellen Forschung.

Vielleicht helfen die Informationen des BMBF den aktuellen Bezug für praxisnahe Anwendungen zu verdeutlichen. Der PDL ist eine technische Lösung und eine Antwort auf die Frage, die das BMBF zum Thema "Menschen-Technik-Interaktion... Erfahrbares Lernen" stellt.

Die Bekanntmachung des BMBF - Kurzfassung: http://www.mtidw.de

Komplette Bekanntmachung: https://www.bmbf.de
Thomas Pilz
Da der github Code bzgl Layout und Design bewusst einfach gehalten wurde, hier eine unserer Demos - https://go-xapi.com

Sie benötigen keine Logindaten um die Demo anzuschauen. Einfach auf den großen blauen Button klicken.

Sie können ihren PDL völlig frei gestalten, bzw. für ihre Schüler / User ein hübsches und alltagstaugliches Layout zur Verfügung stellen.
Joachim Lonien
Hallo Herr Pilz,
spielt hier nicht auch Standardisierung eine Rolle?
Könnten wir uns zu diesem Projekt genauer austauschen?
Vielen Dank!
-Joachim Lonien
Thomas Pilz
Hallo Herr Lonien,

ja, Standardisierung ist ein wichtiges Thema.
Sie können mich jederzeit über meine Email erreichen: tp@sicher-im-inter.net

Danke und Gruß
Thomas Pilz
Thomas Pilz
Die Version 1.0.0 steht seit 2 Tagen online zu Verfügung.

Der Code steht auf GitHub zum Download bereit, bzw. kann eingesehen werden: https://github.com

Eine einfache Demo ist ebenfalls online: https://code.personal-data-locker.org

Da die Demo im Moment nur auf Englisch zur Verfügung steht, werden wir noch ein paar kurze Erklärvideos produzieren, die die Funktion des PDLs erklären und auch praktisch vorführen.
Nadja German
Hallo Herr Pilz,

es hat etwas gedauert, aber schließlich habe ich Ihre Antwort entdeckt.

Ich möchte Ihnen zunächst einmal persönlich meine Bewunderung und Dank für Ihr Engagement in eine so immens relevante Thematik wie es die Bildung darstellt aussprechen. Leider stellt selbige-wie sie schon angedeutet haben- oft ein Stiefkind für Investoren dar, da die Gewinnmarge im (öffentlichen) Bildungsbereich doch eher gering ausfällt.

Vielen Dank für Ihre bereitgestellten Informationen.

mit besten Grüßen

Nadja German
Initiative Intelligente Vernetzung
Thomas Pilz
Hallo Frau German,

gerne!

Investoren würden eigentlich außer dem Bund und den Ländern keine benötigt werden... und die Rendite für das richtige Engagement in Sachen Bildung liegt doch auf der Hand.

Was die Kollegen aus der Lernmittel-/Software-Industrie angeht... die Investitionen in die Zukunft gelt auch hier. Wer heute keine wettbewerbsfähigen Produkte liefern kann oder bereit ist einen Kompromiss hinsichtlich Marge einzugehen, dem fehlen morgen die Kunden und Fachkräfte.

Ich kann mich da nur wiederholen...

"Digitale Bildung - eine gesellschaftliche Aufgabe, die uns alle fordert…" und mit diesem Zitat aus einem Interview ergänzen:
"…Eine gute Schulausbildung (hier fängt idealerweise die digitale Bildung an) ist eine Aufgabe, die alle in unserer Gesellschaft betrifft, die Arbeit macht, die Geld kostet und für politische Entscheider auch unbequem sein kann... "

Ihnen noch einen schönen Tag
Thomas Pilz
Thomas Pilz
Hallo Frau German,

um das von mir angeführte Erasmus+ Projekt zu verwirklichen, springen wir als Sponsoren ein. Würden wir dem Projekt unser Know-How und unsere Zeit nicht schenken, dann würde dieses Projekt nicht realisiert werden können.

Weder die Lehrer, die das Projekt ins Leben gerufen haben, noch die Herrschaften bei der EU, haben an technische Ausstattung und Hilfsmittel gedacht. Und deshalb stehen da auch keine Gelder für Software oder Endgeräte zur Verfügung. Die teilnehmenden Schulen haben - wen wundert es - auch keine Mittel und auch keine entsprechende Ausstattung.

Würde das Projekt, des interaktiven Museumsführers, kommerziell umgesetzt, dann würden da ganz locker über die 2 Jahre Projektzeit (die wir das Projekt begleiten) mehr als 50.000 Euro auf der Rechnung stehen. Das beinhaltet die Software, Reisen in die beteiligten Projektländer für Meetings und Schulungen und den "face to face" Erfahrungsaustausch usw.

Wenn Sie Preise zu Einzellösungen wissen möchten, z. B. Unternehmen XYZ möchte seine moodle Installation entsprechend aufrüsten und an die Unternehmens-Webseite anpassen, bzw. darin integrieren, dann sprechen wir von Beträgen ab 25.000 Euro aufwärts. Das sind Preise die heute bereits von Unternehmen dafür aufgebracht werden.

Für Schulen, Unis, bzw. und Schul- und Uni-Netzwerke sind solche Preise natürlich nicht zu erzielen. Dafür müssten je nach Land / Schulträger Rahmenvereinbarung getroffen werden. Dann kann es auch sehr günstige Lösungen für viele oder alle Schulen geben. Wobei es uns bei Schulen und Unis auch in keinem Fall um den Profit, sondern vielmehr um eine zukunftsweisende und umfassende Lösung geht.

Nach diesem Sommer gehen einige Schulen mit unserer Lösung an den Start. Auch hier sponsern wir zu 100%. Wir möchten einfach beweisen, dass es mit der vorhandenen moodle-Landschaft in Deutschland geht und der richtige Weg ist.

Es wäre ein leichtes eine bessere Lösung als moodle zu programmieren und kommerziell anzubieten (andere Beiträge in diesem Forum bewerben ja genau solche Lösungen).. Nur wird es in Deutschland so und flächendeckend nie kommerzielle Lösungen für alle Schulen geben. Insel-Lösungen gibt es schon genug. Für eine Vernetzung von Schulen und Unis ist moodle ideal, weil es landauf und landab in vielen Bildungseinrichtungen, Behörden und Unternehmen anzutreffen ist.Außerdem wird seit Jahren für diese moodle Installationen bereits Geld ausgegeben. Mit unserer Lösung würden sich diese Investitionen aus Steuermitteln, dann auch noch rückwirkend rentieren.

Ich bin mir nicht sicher, ob das hier im Moment der richtige Zeitpunkt für eine Preis-Diskussion ist. Ich kann hier nur zitieren, was ich in meinem anderen Beitrag bereits Eingangs geschrieben habe...

"Digitale Bildung - eine gesellschaftliche Aufgabe, die uns alle fordert…" und mit diesem Zitat aus einem Interview ergänzen:
"…Eine gute Schulausbildung (hier fängt idealerweise die digitale Bildung an) ist eine Aufgabe, die alle in unserer Gesellschaft betrifft, die Arbeit macht, die Geld kostet und für politische Entscheider auch unbequem sein kann... "


Leider konnte ich meine Antwort nicht unter Ihre Frage setzen.
Da war kein Antwort-Knopf. Ich hoffe aber, dass es trotzdem ankommt und im Verlauf der Kommentare / Diskussion zu folgen ist.
Nadja German
Sehr geehrter Herr Pilz,

herzlichen Dank für ihre beiden ausführlichen Einreichungen zum Thema vernetzte Bildung. Ich stimme Ihnen zu, dass Moodle trotz seiner Omnipräsenz an jeglichen Bildungsinstitutionen einige Schwachstellen aufweist, was sicher auch daran liegen mag, dass es vor über 15 Jahren entwickelt wurde.
Weiterhin sehe ich eine "life-long-learning-platform", wie sie von Ihnen beschrieben wurde, als sehr realistische Zukunftsvision an.
Betreffend Ihrer Erweiterung zu Moodle habe ich noch folgende drei Fragen:
1. Wäre Moodle dann immer noch kostenlos anbietbar?
2. habe ich das richtig verstanden, dass das Moodle-Projekt bereits real von Ihnen
verfolgt wird oder ist dies bislang noch eine Vision?
3. können Sie im Bezug auf das von Ihnen in diesem Beitrag erwähnte
Sicherheitsdilemma auch für das Moodle Projekt entsprechenden Schutz
gewährleisten?

Ich danke Ihnen nochmals für Ihre ausführlichen und qualitativ sehr hochwertigen Beiträge und freue mich von Ihnen zu hören.

herzliche Grüße

Nadja German
Initiative Intelligente Vernetzung
Thomas Pilz
Hallo Frau German,

danke für Ihr Interesse und die wichtigen Fragen zum Thema.

Das Alter von moodle ist nicht das Problem - moodle lebt ;-)
Nur die Community ist aus verschiedenen Gründen sehr langsam in der Umsetzung von Neuerungen.

Zu Ihren Fragen:

zu 1. moodle ist nach wie vor eine kostenlose Open Source Software. Unser Layer verändert nicht den Kern von moodle und Updates, Plugins usw. können wie gewohnt vorgenommen werden. Der Layer als solches ist im Moment keine Open Source Lösung. Wir denken aber darüber nach, eine Grundversion als Open Source zu veröffentlichen und über moodle zertifizieren zu lassen.

zu 2. Das Projekt ist real und im Einsatz. Wir sind lange über das Stadium der Vision hinaus ;-)

zu 3. Ja, sofern die Experience API "richtig" eingesetzt wird. Plugins die auf fertige (out of the box) xAPI Lösungen wie TinCan und die SCORM Cloud zugreifen müssen vermieden werden - ist aber in Deutschland aufgrund des Datenschutzes eh nicht erlaubt (wobei sich da leider kaum jemand drum schert...).

Noch kurz einen Hinweis zu den Schwachstellen von moodle oder anderen Open Source Lösungen. Die sind in der Regel nicht dem Alter oder dem mangelndem Einsatz der programmierenden Community geschuldet, sondern dem Umstand, dass es nichts kostet...

Top Ausstattung ist in nur ganz, ganz wenige Fällen kostenlos zu bekommen. Neuerungen brauchen deshalb so viel Zeit (oder werden nie realisiert) weil so oder so die Programmierarbeiten bezahlt werden müssen.

Selbst die größten Open Source Fans und Programmierer müssen von irgendetwas leben und den Kühlschrank füllen.

Aber wie es unser reales Beispiel zeigt, was die moodle Community nicht realisieren kann, das realisieren dann halt andere e-Learning Enthusiasten ;-)

Ich hoffe, meine Antworten helfen Ihnen weiter.
Nadja German
Hallo Herr Pilz,
Ihre Antworten waren mir als IT/Software- Fremden eine große Hilfe-vielen Dank dafür. In der Tat dachte auch ich mir zu Anfang, dass es sehr schwer sein muss, eine außerordentliche Qualität für so weitreichende Softwares wie Moodle kostenlos anbieten zu können. Haben Sie Vergleichswerte dafür, wie hoch der Preis einer solchen Software normalerweise ist?

herzliche Grüße,

Nadja German
Initiative Intelligente Vernetzung
Best-Practice Projektwettbewerb