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Digitale Bildung - Zukunftsbilder Digitale Kompetenz von Arbeitnehmern stärken
ID 613
von Viktor Peter 18.11.2016 16:09
Beschreibung des Zukunftsbildes:
Digitale Bildung bedeutet nicht nur die Vermittlung von Bildungsinhalten mit Hilfe digitaler Technologien. Denn um die neuen digitalen Technologien mit ihren Potenzialen gewinnbringen nutzen zu können, bedarf es digitaler Fähigkeiten. Das Erlernen dieser Fähigkeiten darf nicht nur auf Schule und die daran anschließenden (universitäre) Ausbildung begrenzt bleiben. Es ist genau so entscheidend -im Sinne eines lebenslangen Lernens- Möglichkeiten für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu schaffen, damit diese ihre digitalen Kompetenzen durch Weiterbildungsmaßnahmen verbessern können. Der folgende Beitrag möchte auf die Thematik „Digitale Fähigkeiten bei Arbeitnehmern stärken“ eingehen.

Die digitale Transformation verändert sämtliche Lebens- und Wirtschaftsbereiche. Auch das Arbeitsleben ist von dieser Entwicklung stark betroffen. Um adäquat auf die Anforderungen der digitalen Transformation reagieren zu können, braucht es daher Weiterbildungsmöglichkeiten hinsichtlich digitaler Kompetenzen bei Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Es gilt institutionelle und individuelle Maßnahmen zu entwickeln, welche die Belegschaft in drei zentralen Entwicklungen der digitalen Transformation unterstützen: IT-Fähigkeiten, Datenumgang und die Nutzung der allumfassenden Vernetzung.

IT-Fähigkeiten gehören heutzutage bei einem Großteil aller Tätigkeiten zu den Standardvoraussetzungen. Fähigkeiten in Internetrecherche, Office-Programmen aber auch beispielsweise Social Media gehören mittlerweile eher zu den Grundvoraussetzungen als zu Spezialwissen. Gerade hier gilt es aber, ausnahmslos alle Mitarbeiter mitzunehmen und einen gleichen Standard an digitalen Kompetenzen sicherzustellen. Es gilt die IT „aus dem Keller zu holen“ und beispielsweise alle Mitarbeiter in neue Softwaresysteme und die damit einhergehenden neuen Möglichkeiten wie Echtzeit-Kollaboration einzuweisen.

Die Zunahme an Daten verläuft im Zuge der digitalen Transformation exponentiell. Das Wissen darüber, wie mit diesen zunehmenden Datenmengen umgegangen werden kann, ist bei Beschäftigen zahlreicher Branchen verbesserungswürdig. Es erscheint hier zielführend, bei Arbeitnehmern durch Weiterbildung ein tiefergehendes Verständnis über Daten, deren Verwendung und Verwertung aufzubauen. Auch sollten Weiterbildungsmaßnahmen in diesem Bereich sicherstellen, wie Datensicherheit und Datenschutz durch das Verhalten der Mitarbeiter gewährleistet werden kann.

Die allumfassende Vernetzung auf Basis von Internettechnologien sorgt beispielsweise dafür, dass Arbeitsplätze nicht mehr auf lokale Räumlichkeiten begrenzt sind. Es ist mittlerweile möglich, an jedem Ort und jedem Zeitpunkt zu arbeiten. So kann durch die Vermittlung von digitalen Fähigkeiten, den Arbeitnehmern die Arbeit von Zuhause ermöglicht werden; beispielsweise durch Weiterbildungsmaßnahmen zu richtiger Verwendung von Verschlüsslungstechnik auf Basis von VPN-Clients oder auch die sichere Anwendung von Web-Konferenz-Programmen. Weiterhin wird es mit der zunehmenden Entwicklung zum „Internet-der-Dinge“ möglich werden, beispielsweise Maschinen zu steuern ohne lokal anwesend zu sein. Auch hier muss sichergestellt werden, dass die Arbeitnehmerschaft bei diesem Prozess, der Weiterbildung benötigen wird, mitgenommen wird.

Durch die Vermittlung von digitalen Kompetenzen an Arbeitnehmer kann sicher gestellt werden, dass es zu keiner „digitalen Spaltung“ innerhalb der Arbeitnehmerschaft kommt. Zusätzlich lassen sich durch die Anhebung der digitalen Fähigkeiten, erhebliche Vorteile für die Gesellschaft und die Wirtschaft erzielen: Arbeitnehmer können flexibler arbeiten oder beispielsweise mit ihren erworbenen Kompetenzen digitale Innovationen anstoßen. Aus unternehmerischer Sicht können durch die Anhebung digitaler Fähigkeiten bei der Belegschaft potentiell Prozesse schlanker, schneller und effizienter gestaltet, die Kommunikation verbessert werden oder auch generell Kosten reduziert werden.

Die Vermittlung von digitalen Fähigkeiten muss bereits in Ausbildungsberufen und Studienfächern eine zentrale Rolle einnehmen. Zusätzlich muss auch bei der aktiven Arbeitnehmerschaft sichergestellt werden, dass digitale Fähigkeiten aufgebaut und verbessert werden. Ein möglicher Weg, um dieses Ziel zu erreichen, wäre wenn der Gesetzgeber in Kooperation mit Fachverbänden und Industrie- und Handelskammern branchenspezifische Weiterbildungsmaßnahmen identifizieren und mögliche „Lehrpläne“ erstellen würde, um den Unternehmen der jeweiligen Branche, Impulse für Inhalte der Weiterbildungsmaßnahmen zu geben.

Viktor Peter
Fachgebietsleiter Digitalisierung
Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft
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Digitale Bildung - Zukunftsbilder