Sie sind hier: Startseite Beiträge
Best-Practice Projektwettbewerb TIM-Telematik in der Intensivmedizin
ID 200
von Gernot Marx 06.10.2015 21:54
Beschreibung:
Teleintensivmedizin in Richtung Regelversorgung!

Das Projekt TIM der Klinik für Operative Intensivmedizin und Intermediate Care des Universitätsklinikums Aachen wurde im Juli 2015 erfolgreich beendet. Mehrere Intensivstationen haben sich mit dem Teleintensivmedizinzentrum des Universitätsklinikums Aachen zusammengeschlossen und so gemeinsam mit den Intensivmedizinerinnen und Intensivmedizinern der Klinik für Operative Intensivmedizin und Intermediate Care ein Netzwerk zur teleintensivmedizinischen Kooperation aus der Taufe gehoben. Besonderes Augenmerk des Projekts galt der Erkennung und optimalen Behandlung schwerer, lebensbedrohlicher Infektionen.
Bereits 2012 wurde die Klinik für Operative Intensivmedizin und Intermediate Care des Universitätsklinikums Aachen Finalist der Kategorie „Bester Lösungsbeitrag für ein Gesellschaftliches Problem“ des 12. eGovernment-Wettbewerbs. Denn in der Intensivmedizin wird in den nächsten Jahren aufgrund von steigender Lebenserwartung und zunehmender Ko-Morbidität und neuen, oft speziellen Behandlungsoptionen, ein zunehmender Kapazitätsbedarf entstehen. Daher wird ein Ungleichgewicht zwischen dem Angebot an hochqualifizierten Intensivmedizinerinnen und Intensivmedizinern prognostiziert.
Die hieraus entstehenden zukünftigen Versorgungsengpässe erfordern innovative Versorgungskonzepte um auch weiterhin die medizinische Versorgung zu gewährleisten.
Im Zeitraum von Januar 2014- Juni 2015 wurden rund 1200 Patientinnen und Patienten in 4400 Visiten gemeinsam betreut. Dabei war bei der Diagnostik und Therapie von insgesamt fast 200 Erkrankten, die an schwersten Infektionen litten eine messbare Qualitätsverbesserung festzustellen. Durch telemedizinische Kooperation lässt sich nicht nur im Bereich der Infektionserkrankungen sondern z.B. auch im Bereich der Sicherheit in der Arzneimitteltherapie die Behandlungsqualität durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit steigern. 2014 zeichnete die Deutsche Gesellschaft für Telemedizin TIM als bestes deutsches Telemedizinprojekt mit dem Storz Telemedizinpreis aus.
Die Kostenträger in NRW haben die Chancen einer teleintensivmedizinischen Zusatzversorgung erkannt und finanzieren die Fortsetzung des erfolgreichen Projekts und dessen Erweiterung um weitere Kooperationskrankenhäuser.

Link zum Projekt: http://www.ukaachen.de
Schlagwörter:
Kategorien:
Anwendungssektor:
Isabel Oostvogel
Sehr geehrter Herr Marx,

Vielen Dank für Ihren interessanten Beitrag! Gibt es die Möglichkeit den Einsatz der TIM genauer zu beschreiben? Wie können wir den Herausforderungen des demografischen Wandels damit genau begegnen und was für eine Infrastruktur ist dafür notwendig?

Beste Grüße,

Isabel Oostvogel
Gisela Otte-Fuchs
Unter dem hier bechriebenen Umstand der steigenden Lebenserwartung und der gleichzeitigen Konzentration von großen Kliniken und Fachärzten in den großen Städten, kommt der Telemedizin eine immer größere Bedeutung zu.
Das reicht vom Einholen einer Zweitmeinung durch Patienten bis zum fachlichen Austausch der Mediziner untereinander.
Allerdings kann die Telemedizin nicht den persönlichen Austausch von Arzt und Patient ersetzen.
Also ist die Telemedizin ein gutes technisches Hilfsmittel als Ergänzung zu vielen anderen Maßnahmen.
Auch hier gilt es, alle Möglichkeiten der medizinischen Versorgung intelligent zu vernetzen. Da fängt meines Erachtens die große Herausforderung an.
Best-Practice Projektwettbewerb